Probiotika sind lebende Mikroorganismen (z. B. Bakterienstämme), die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Menschen haben – vorausgesetzt sie gelangen in ausreichend hoher Zahl in den Darm. 

Dort tragen sie zu einer gesunden Darmflora bei und unterstützen die „guten“ Bakterien bei wichtigen Aufgaben:

  • Sie fördern die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut.

  • Sie bilden aus unverdaubaren Ballaststoffen kurzkettige Fettsäuren (z. B. Buttersäure), die unter anderem entzündungshemmende Eigenschaften haben.

  • Sie können die Barriere-Funktion des Darms stärken und Krankheitserreger sowie Giftstoffe bekämpfen. So unterstützen Probiotika das Immunsystem.

Die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Probiotika unterscheiden sich allerdings je nach Art der Mikroorganismen.

Es gilt: Die Mischung macht’s, denn jeder Bakterienstamm ist anders.

Ein häufiger Bestandteil von Probiotika sind Milchsäurebakterien. Diese kommen z. B. bei der Herstellung von Joghurt zum Einsatz. Im Gegensatz zu herkömmlichen Joghurtbakterien sind probiotische Bakterien weniger anfällig gegenüber Magensäure.

Das Ergebnis: Sie gelangen in höherer Anzahl als lebende Mikroorganismen in tiefere Darmabschnitte. Das ist wichtig, damit Probiotika ihre positive Wirkung entfalten können.

Die Relevanz von im menschlichen Darm vorkommenden Bakterienkulturen wurde lange Zeit unterschätzt. Heute wissen wir, wie wichtig bestimmte Bakterienstämme für eine gesunde Darmflora sind.

Prof. Dr. Dr. André Gessner, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie in Regensburg